Was mich als CFO bewegt und was Entscheider wissen sollten.
Oliver Strass Certified Interim Management Experte
Oliver Strass, CFO Finanzen, Interim Management, Due Diligence Technologie, Foto: Vitaly Gariev, Unsplash

Warum ein CFO heute unverzichtbar ist

Und warum „Zahlen liefern“ ungefähr 30 Prozent des Jobs ausmacht.

Der CFO wird oft als der „Zahlenfuchs“ wahrgenommen. Das ist richtig. Eine gewisse Affinität zu Kennzahlen und Bilanzzahlen ist uns CFOs sicher angeboren.

Zahlen sind unser Werkzeug, der Ausgangspunkt unserer Arbeit. Die beginnt für einen CFO da, wo es an die Interpretation der Daten geht. Wir analysieren und hinterfragen die Zahlen, damit sie als Grundlage für Entscheidungen dienen. Kurz gesagt: Der CFO ist Zahlen-Übersetzer und Sparringpartner des Managements.

1. Finanzstrategie:
Der Blick nach vorne

Unternehmensziele sind schnell formuliert. Meist geht es um Wachstum, Investitionen oder Internationalisierung. Bevor man also am „Wunschbaum“ rüttelt und versucht, definierte Ziele zu erreichen, braucht man eine solide Finanzstrategie. Und die ist Aufgabe des CFO. Er entscheidet, ob Unternehmensziele tragfähig und umsetzbar sind, und definiert die Strukturen sowie die möglichen Szenarien.

2. Sparringpartner für
Geschäftsführung & Abteilungsleiter

In Gesprächen über Projekte, Budgets oder neue Vorhaben fällt früher oder später der Satz des CFO: „Das wird so nicht gehen.“ Auch ich habe das schon oft gesagt. Das ist zwar oft unbequem, aber notwendig. Denn bevor Entscheidungen getroffen oder neue Projekte gestartet werden, sucht der CFO Antworten auf folgende Fragen: Was bedeutet das neue Vorhaben in Zahlen? Was sind die Voraussetzungen? Und was passiert, wenn es anders kommt als geplant? Ein guter CFO sieht zwar die Hürden, die einem Projekt entgegenstehen, aber er lehnt es nicht ab, sondern findet einen Weg, unter welchen Bedingungen es doch gelingen könnte.

3. Liquiditätssicherung:
Sauerstoff fürs Unternehmen

Über Liquidität spricht man selten in guten Zeiten. Solange Gehälter pünktlich bezahlt werden und Lieferanten nicht nachfragen, gibt es scheinbar auch keinen Grund, Liquidität zum Thema zu machen. Denn die Umsätze steigen ja, Projekte laufen, die Stimmung ist gut. Dass zu wenig Liquidität vorhanden ist, zeigt sich in vielen Fällen plötzlich und für viele unerwartet. Das muss nicht sein, wenn der richtige CFO an der Sauerstoffzufuhr für das Unternehmen. Er erkennt früh, wenn es zu Engpässen kommt und steuert Cashflow, Working Capital und Finanzierung. Somit sieht das Unternehmen nicht nur profitabel aus, sondern bleibt auch zahlungsfähig. Der FCO hält das Unternehmen handlungsfähig.

4. Controlling & Reporting:
Klarheit statt Zahlenfriedhof

Manche Zahlen haben eine erstaunliche Lebensdauer. Sie wurden für eine konkrete Frage oder ein Projekt erhoben und tauchen Jahre später noch immer in Reports auf. Aus Erfahrung weiß ich: Reporting darf kein Selbstzweck sein. Als CFO sorge ich dafür, dass Zahlen verständlich, konsistent und entscheidungsrelevant sind. Bei mir gibt es vielleicht weniger Berichte, dafür die richtigen. Und diese sind idealerweise so aufbereitet, dass man sie auch ohne Taschenrechner versteht.

5. Budget- und Forecast-Prozesse:
Planung mit Realitätssinn

Budgets werden oft so behandelt, als ließe sich ein Jahr im Voraus festlegen, was passieren wird. Aber so funktioniert Unternehmertum nicht. Die Wirklichkeit hält sich selten an Pläne. Umsätze verschieben sich oder Kosten tauchen an Stellen auf, die niemand erwartet hat. Ein CFO weiß, wie echte Finanzplanung aussieht. Er etabliert strukturierte Planungsprozesse, die regelmäßig überprüft und angepasst werden. So steuert er das Unternehmen durch finanziell ruhige Gewässer.

6. Entscheidungsgrundlagen statt
Excel-Akrobatik

Excel-Modelle können viel. Sie können nur eines nicht: Die richtige Entscheidung treffen. Der Mehrwert eines CFOs liegt nicht in der Anwendung von klugen Formeln, sondern in der richtigen Interpretation der Unternehmenszahlen. Szenarien, Sensitivitätsanalysen und durchdachte Empfehlungen helfen Geschäftsführung und Eigentümern, Entscheidungen bewusst zu treffen, inklusive Transparenz über Risiken und Konsequenzen.

7. Datenstruktur:
Der Architekt hinter den Zahlen

Ein oft unterschätzter Aspekt: Der CFO verantwortet die Datenstruktur im Unternehmen.
Nicht die operative Datenqualität im Detail, sondern die Architektur dahinter. Zahlen stammen oft aus unterschiedlichen Systemen, werden zu verschiedenen Zeitpunkten gezogen und lassen daher leicht abweichende Interpretationen zu. Als CFO weiß ich, welche Daten wo liegen, wie sie zusammengeführt werden und welche „Single Source of Truth“ gilt. Ziel ist eine saubere Datenbank-Struktur, die Reporting, Planung und Steuerung überhaupt erst möglich macht.

8. Führung des Finance-Teams:
Menschen machen den Unterschied

Systeme liefern Daten, Teams liefern Ergebnisse. Ein guter CFO führt das Finance-Team und sorgt dafür, dass es sich gemeinsam weiterentwickelt, fachlich wie menschlich. Gerade in Transformationsphasen ist das häufig der entscheidende Hebel für nachhaltigen Erfolg.

CFO-Praxis: Wo Finanzrealität auf
Management-Pläne trifft

Als CFO arbeite ich an den Schnittstellen, wo Pläne auf die konkrete Datenlage treffen, am Übergang zwischen Wunschdenken und Realität. In meinem Blog erzähle ich aus meiner Praxis als CFO: von widersprüchlichen Reportings, unbequemen Entscheidungen, der Rolle von Liquidität und erkläre, warum Forecasts nichts mit Kaffeesudleserei zu tun haben.

Fotos: Privat, Unsplash
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